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Canyoning- und Schluchtenführerausbildung 2017

Spannende Wasserstände bei der diesjährigen Canyoningausbildung der Tiroler Schluchtenführer verlangten von den Kandidaten und Ausbildnern viel ab.

Auch heuer war der Kurs mit 25 Teilnehmern komplett ausgebucht. Vom 05.05.-13.05.2017 lernten die Teilnehmer aus Österreich, Deutschland, Slowenien, Schweiz und Italien die Basistechniken und Fertigkeiten zum begehen von Schluchten und Führen von Gästen. Im bewährten System wurden die Techniken am Vorabend im Power Point Vortrag vorgestellt, am nächsten Tag im Trockencanyon geübt und dann in den geeigneten Schluchten umgesetzt.

Wie nach dem ergiebigen Schneefällen am Schluss des Winters zu erwarten war, hatten wir hohe Wasserstände was für interessante Touren sorgte. Somit waren auch Techniken wie lösbare Systeme und Treibanker realistisch anzuwenden. Passend zum Wetter und den Wasserständen konnten wir jeden Tag tolle und abwechslungsreiche Touren begehen. Alpine Touren mit fast 100m hohen Wasserfällen oder aquatische Schluchten mit sportlichen Wasserständen. Das Wildwasserschwimmen auf der Brandenberger Ache konnten wir dieses Jahr bei einem perfekten Wasserstand und einem Traumwetter durchführen. Ein toller Tag der sicher Allen in Erinnerung bleibt.

Die Teilnehmer müssen nun das erlernte vertiefen und in Praktikumstouren anwenden. Zusätzlich findet im Sommer Kurs II statt, in dem spezielle Rettungstechniken und die Erste Hilfe im Canyoning geschult werden. Der Kurs III wird auch dieses Jahr im Tessin stattfinden, dort haben die Kursteilnehmer die Möglichkeit alles erlernte anzuwenden und zu verbessern. Dort findet auch die kommissionelle Abschlussprüfung statt.

Die Ausbildung wurde durchgeführt von Alexander Riml (Ausbildungsleiter), Wille Walter, Thomas Kracker, Gerald Senn, Ewald Holzknecht, Martin Gstrein

Text und Bilder von Alexander Riml www.activsport-alpin.at

 

Was ist Canyoning eigentlich?

Canyoning (BE) oder Canyoneering (AE) bezeichnet eine junge Trendsportart bei der eine Schlucht (Canyon) von oben nach unten begangen wird. Je nach Anspruch bzw. geologischem Aufbau, werden Wasserfälle oder andere Hindernisse durch Abseilen, Abklettern, Springen oder Rutschen überwunden und Pools durch Schwimmen und manchmal sogar Tauchen gemeistert. Die Entstehung liegt einige Jahrzehnte zurück (damals häufiger als Expedition von unten nach oben) und begann vermehrt in den südlichen Regionen der Alpen, in Spanien und in Frankreich, aber auch in Ländern wie Australien aufzuleben. Der Durchbruch im gesamten Alpenraum fand in den letzten 10-15 Jahren statt. Mitverantwortlich hierfür sind unter anderem die Entstehung einzelner Verbände & Vereine, die Ausbildungen zum autorisierten Schluchtenführer und ein kommerzielles Angebot für geführte Touren. Auf unserer Seite findet ihr eine Auswahl an kompetenten Canyoning-Anbietern über ganz Österreich verteilt, einfach Region wählen, Anbieter wählen und los geht´s.
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Kann ich auch mit Kontaktlinsen oder Brille am Canyoning teilnehmen?

Bei fast jeder Anfrage/Buchung wird diese Frage gestellt, umso besser ist es, dass wir diese jetzt schon hier beantworten. Brillenträger können bei leichteren Touren ohne harten Wasserkontakt oder großen Rutschen und Sprüngen ihre Brille tragen bzw. diese situativ kurz ausziehen. Wir empfehlen mindestens ein Brillenband, besser noch eine Sportbrille.
Kontaktlinsenträger sollten auf jeden Fall Reservelinsen mitnehmen und, falls vorhanden, eine Schwimmbrille, die z.B. beim Abseilen durch das Wasser verhindert, dass die Linsen rausgespült werden. Falls Ihr nicht zwingend eine Brille oder Kontaklinsen tragen müsst, ist es immer komfortabler, diese nicht mitzuführen. Gerne könnt Ihr bei eurem Anbieter erfragen, ob Schwimmbrillen auch ausgeliehen werden können.

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Kann Canyoning auch bei Regen durchgeführt werden?

Prinzipiell ja, denn nass werdet Ihr ja sowieso. Aber Spaß beiseite, es kommt dabei natürlich auf mehrere Faktoren an. Diese sind beispielsweise:
Wieviel Wasser „verträgt“ die Schlucht?
Wie groß ist das Einzugsgebiet bzw. wie ist hier der Bodenaufbau beschaffen (verkarstetes Gestein oder saftige Almwiesen)?
Hat die Schlucht Zwangspassagen/Notausstiege?
Diese Dinge sollte aber euer Guide schon bei der Planung berücksichtigen. Gerne könnt Ihr diese Dinge auch bei eurem Anbieter erfragen.
Es existieren auch Schluchten mit Wasserfassungen am Oberlauf, sodass diese auch nach mehrtägigem Regen noch ohne Probleme begangen werden können. Einige Anbieter verkaufen Canyoning als Schlechtwetter-Alternative im Urlaub. Diese Meinung können wir nicht ganz teilen, da Sonne das Gemüt doch etwas positiver stimmt, man sich schneller erwärmt und die Sonne natürlich den Funfaktor erhöht.

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Welche Ausrüstung benötige ich fürs geführte Canyoning?

In der Regel wird die gesamte Ausrüstung vom Anbieter gestellt, das heißt Neopren-Anzug, Neopren-Socken, Canyoning-Schuhe, Gurt und Helm. Sollte euer Anbieter keine Schuhe stellen, empfehlen wir knöchelhohe feste Schuhe, die nicht zu schwer werden, wenn sie nass sind. Unter dem Neopren-Anzug wird für gewöhnlich Badebekleidung getragen, also Badehose oder Bikini/Badeanzug.
Weiters empfehlen wir ein Funktionsshirt. Vorteil: Angenehmer für einen eventuellen Zustieg, etwas wärmer während der Tour und einfach hygienischer.

Hier zur besseren Übersicht noch eine kleine Auflistung der Dinge, die Ihr selbst mitbringen müsst:
– Bikini, Badeanzug, Badehose
– Handtuch
– Falls Kontaktlinsenträger: Reservelinsen, sicherheitshalber aber eine Schwimmbrille, sollte euer Anbieter haben
– Falls nötig Ohrstöpsel für höhere Sprünge, sollte euer Anbieter für euch haben
– wichtige persönliche Medikamente wie z.B. Antiallergikum, Insulin etc.
– kleine Trinkflasche, kein Glas
– kleiner Snack, z.B. Müsliriegel
– Neopren-Unterwäsche oder Funktionshirt, keine Baumwolle

Das sind die wichtigsten Dinge. Erwähnenswert wäre noch eine Helmhalterung für die Actioncam (z.B. GoPro) bzw. den eigenen Helm (bitte beim Guide erfragen, ob euer Helm canyoningtauglich ist).

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Wo kann man Canyoning machen?

Canyoning ist eine Outdoor-Sportart, das heißt, Canyoning findet im Freien statt und zwar fast überall da, wo Wasser über die Jahrtausende eine Schlucht (Canyon) geformt hat. Dies beschränkt sich in Europa sehr stark auf den Alpenraum. Canyoning wird in fast allen Tourismusregionen angeboten. Österreich ist sicher eine gute Adresse, da hier die Natur von „Mild bis Wild“ alles bietet und hinter allen Landesverbänden eine fundierte Ausbildung zum Schluchtenführer steht. Auch weltweit erfreut sich dieser Sport einer immer größer werdenden Beliebtheit. Auf unserer Seite findet ihr eine Auswahl an kompetenten Canyoning-Anbietern über ganz Österreich verteilt, einfach Region wählen, Anbieter wählen und los geht´s.
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Wie werde ich Canyoning Guide?

Durch eine Ausbildung zum Canyoning-Guide bzw. Schluchtenführer. Ausbildungen werden in verschiedenen Nationen zu verschiedenen Preisen angeboten. Hier ist teilweise Vorsicht geboten, da immer noch Ausbildungen angeboten werden, die keine Verbandsrücklage und/oder rechtlichen Rückhalt genießen. Das heißt, es könnte im Falle eines Unfalls zu versicherungstechnischen Problemen kommen. Die Befugnis in anderen Ländern, teils auch in anderen Bundesländern, Touren zu führen, kann je nach Ausbildung stark eingeschränkt sein. Wir empfehlen ganz klar eine Ausbildung in einem der Ländervertretungen des Österreichischen-Bergsportführer-Verbands. Weiters besteht für Bergführer (IVBV) der Weg zur Ausbildung zum Schluchtenführer über ein Zusatzmodul.

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