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Kann ich auch ohne Guide oder Führer eine Canyoningtour machen?

Auch diese Frage wird immer öfter gestellt und ist auch berechtigt. Trotz aller Neugierde oder Euphorie, ob man das auch alleine  schaffen kann, sollte man sich vorher ein paar wichtige Fragen stellen:
Verfüge ich über die passende Canyoning-Ausrüstung und weiß ich, wie ich damit umgehen muss?
Kenne ich die Canyoning-Seiltechnik/Rettungstechnik, die sich teilweise stark von der alpinen Technik unterscheidet? Habe ich verlässliche Informationen zur Schlucht? (Topographie, Zustieg, Einstieg, Notausstiege, Ausstieg, Handy-Empfang, Schwierigkeitsgrad)
Wie sind meine meteorologischen Kenntnisse bzgl. Wetterveränderungen?
Bin ich auf Überraschungen (z.B. Standplatz ausgebrochen, Verletzung) vorbereitet und kann ich diese Probleme meistern?
Verfüge ich über Basics zum Thema Wasser-Lesen bzw. zur Strömungslehre?
Solltet ihr all diese Fragen stressfrei mit JA beantworten können, dann steht einer Tour auf eigene Faust theoretisch nichts im Wege.
Wir empfehlen euch für die Praxis: Sucht einen Anbieter auf unserer Seite, der Canyoning-Kurse anbietet und baut auf eurem eigenen Level auf. Dann sollte das mit genügend Eigenverantwortung durchaus machbar sein. Ähnlich wie das tausende Skitourengeher jeden Winter in LVS-Kursen machen.
Beispielsweise gibt es in Südfrankreich einige leichte Schluchten die immer wieder von Familien (fast ohne Ausrüstung) durchwandert werden. In solchen Regionen ist der Anteil an Privat-Gehern wesentlich höher als beispielsweise in Österreich, was natürlich schon geologisch bedingt ist.

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Wie gefährlich ist Canyoning?

Canyoning wird häufig als Extrem-Sportart dargestellt, wie aber bei fast allen anderen Sportarten auch, kann man Canyoning auf einem sehr sicheren Level betreiben.
Wichtig ist hierbei sicher die Frage, ob man an einer geführten Tour mit ausgebildetem Guide teilnehmen möchte oder sich (ohne Guide) mit Freunden an eine Tour wagt. Ersteres ist bis auf objektive alpine Gefahren, wie z.B. Steinschlag, als sehr sicher einzuschätzen. Im Gegensatz hierzu setzen Touren auf eigene Faust ein spezifisches Fachwissen voraus, da sich die Seiltechnik vom Klettern teils stark unterscheidet. Hochwassersituationen stellen zusätzlich eine große Gefahr dar, da es in eng geschnittenen Schluchten häufig schwierig ist, schnell zu entkommen. Auch gruppendynamische Prozesse sind nicht zu unterschätzen, wenn beispielsweise aus immer größerer Höhe gesprungen wird. Hier liegt sicher das größte Reduktionspotenzial für die Unfallstatistik.

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