Canyoning, eine wundervolle Sportart

Canyoning oder Schluchtenwandern wie man bei uns sagt, was ist das eigentlich? Das Wort umschreibt eine neuartige, faszinierende Tätigkeit in einer teilweise unberührten und zauberhaften Landschaft. Beim Canyoning werden Wasserläufe im Abstieg durch Abseilen, Klettern, Schwimmen, wenn möglich sogar durch Springen und Rutschen begangen. Hier wird die sportliche Vielfalt mit der Herausforderung von Fels und Wasser in einer Urlandschaft verbunden und bietet unzählige Abenteuer für jeden. Um diese Herausforderungen mit Genuss zu erleben gibt es zwei Möglichkeiten.

Erstens: Man vertraut sich einem geprüften und autorisierten Canyoning- und Schluchtenführer an, der die komplette Organisation für die gewünschte Canyoningtour übernimmt. Der Vorteil dieser Möglichkeit ist, dass Sie die Tour und das Naturerlebnis in vollen Zügen genießen können, ohne sich im Vorfeld um irgendetwas kümmern zu müssen.
Die zweite Möglichkeit ist, sich für diesen Sport, bei einem Experten ausbilden zu lassen. Bei diesen Ausbildungskursen lernt man die wichtigsten Basics um sich sicher durch eine Schlucht zu bewegen. Wer diesen Weg einschlägt muss sich aber sehr langsam an neue Touren heranwagen, denn Canyoning braucht auch sehr viel Erfahrung.

Die Ausbildung für Canyoningguides ist sehr umfangreich und umfasst das komplette Spektrums des Canyoningsports und dauert im Schnitt bis zu 45 Tage. Hier als Beispiel der Ausbildungsweg anhand der Tiroler Canyoning- und Schluchtenführerausbildung.

Aufnahmeprüfung:

1. Tag: Hier müssen die Kandidaten zeigen, ob sie für die Ausbildung geeignet sind. Erst dann können sie an der gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildung teilnehmen. Bei der Anmeldung müssen die Kandidaten einen Tourenbericht übermitteln, sollten die vorgeschriebenen Touren nicht vorhanden sein, dann darf der Bewerber nicht an Aufnahmeprüfung teilnehmen.

Die eigentliche Ausbildung teilt sich in drei Bereiche:

Grundausbildung: 9 Tage
Erste Hilfe, Rettungs- und Bergrettungsteil: 3 Tage
Führungsteil (nicht in Tirol meistens im Tessin): 7 Tage

Zwischen den einzelnen Kursen müssen die Kandidaten zum Teil bereits Zwischenprüfungen ablegen, die überhaupt einen Einstieg in den nächsten Kurs erlauben. Die Kandidaten müssen aber auch eine 14-tägige Praxiszeit bei einem ausgebildeten und autorisierten Canyoningführer zwischen ersten und dritten Kursteil absolvieren welche durch eine genaue Aufzeichnung dokumentiert werden muss. Weiters müssen die Kandidaten einen vorgeschriebenen Tourenbericht mit 10 angefertigten Topos zur Abschlussprüfung mitbringen.

Prüfungsfächer:

Seil- und Knotenkunde, Topographie, Geologie, Wetterkunde, Ausrüstungs- und Gerätekunde, Gefahren- und Unfallkunde, Umgang in Stresssituationen, Gewässerkunde, Hydrodynamik, Tourenplanung, Tourenführung, Fremdsprache, Tourismuskunde, Natur- und Umweltkunde, Berufskunde, Rechtskunde, Rettungstechniken. Wildwasserschwimmen, Sprungtechniken, Planung und Durchführung von Schluchtentouren
Diese Fächer werden während der Ausbildung praktisch und theoretisch unterrichtet. Der Theorieunterricht wird immer durch langjährige Ausbildner oder Gastreferenten abgehalten.

Abschlussprüfung:

2 Tage: Zu dieser Prüfung dürfen nur Personen zugelassen werden, die alle Theorieprüfungen, praktischen Teilprüfungen und Anforderungen positiv erfüllt haben. Sollte ein Kandidat die Voraussetzungen für die Abschlussprüfung nicht erfüllen, dann muss er den dritten Kursteil oder den gesamten Kurs wiederholen.

Autorisierung:

Erst wenn all diese Kriterien erfüllt sind, kann sich der Kandidat bei der zuständigen Behörde autorisieren lassen und ist ab diesem Zeitpunkt laut Gesetz berechtigt Canyoningtouren anzubieten und zu führen. Aus diesem Grund kann sich jeder autorisierte Canyoningguide auch ausweisen, also verlangen Sie ruhig vor Tourenbeginn nach seinen Canyoningführerausweis.

Fortbildungspflicht:

Es ist aber für jeden Canyoningführer verpflichtend sich mindestens alle vier Jahre einer Fortbildung zu unterziehen. Sollte der Canyoningführer dieser Verpflichtung nicht nachgekommen, wird ihm die Autorisierung aberkannt und er ist nicht mehr berechtigt, Gäste zu führen.

Wer Interesse an der Ausbildung hat, der findet hier hilfreiche Informationen.
Text und Bilder von Alexander Riml www.activsport-alpin.at 

 

 
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